Immer noch heftig hustend und schnupfend verfolge ich die Berlinale-Berichterstattungen. Inzwischen gibt es die ersten Preise:
Den Teddy-Award hat der polnische Film gewonnen, den ich mir aus dem wettbewerb ausgesucht hatte, für den ich aber keine Karten bekam:
„W imie“, „In the name of“
http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20132334#id=20132334
Den Panorama-Publikums-Preis für Dokumentationen hat ein Film bekommen, den ich nach allem, was ich darüber hörte und las, spannend und absolut außergewöhnlich finde:
„The act of killing“
http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20133913#id=20133913
Und dazu das hörenswerte Interview mit dem Regisseur:
http://www.radioeins.de/themen/kunst_kultur/berlinale/panorama_publikumspreis/the_act_of_killing.html
Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Preise und freue mich, die Verleihung dann heute abend im Fernsehen zu sehen. Derweil habe ich die letzte Karte weitergegeben und kann – noch mit leisem Bedauern – in Ruhe meine Erkältung pflegen.
Wunderbar fand ich außerdem wieder Harald Martenstein. Hier der Link zu einer seiner Kolumnen, diesmal zum Hören:
http://www.radioeins.de/programm/sendungen/berlinale/berlinaletalk0/mart15.html
Monat: Februar 2013
neue Rubrik
Es gibt eine neue Rubrik: „Berlinale goes Krankenbesuch“. Die hat T. eingeführt, indem sie mich besuchte und wir uns einen Film vom letzten Jahr ansahen, „Oma und Bella“. Ich war sehr gespannt auf diesen Film, aber er blieb hinter meinen vermutlich zu hohen Erwartungen zurück und ich fand ihn relativ flach. Im Rahmen dieser neu geschaffenen Rubrik konnte ich leibhaftige Berlinale-Brote mit genießen. – War super! (Foto dazu: http://tinaundsteve.blogspot.de/2013/02/berlinale-goes-krankenbesuch.html).
Pech
Das mit dem „Ich-gehe-zur-Berlinale“ hat sich für dieses Jahr erledigt – ich hüte das Bett mit einer Erkältung.
Das ist echt Pech. Jetzt lasse ich mir die Filme erzählen, höre Berlinale-Talk, verfolge die Rezensionen und habe so einen völlig neuen Blick auf die Berlinale.
wieder gut
Es ist wieder warm in der Bude!
Der Anruf beim Hausmeister-Service hat geholfen und ich bin sehr froh darüber.
Das ist jetzt nicht wirklich eine Berlinale-Meldung, aber ein Phänomen meines Alltages.
Reaching for the moon
Gestern sahen wir diesen brasilianischen Film, der einen Ausschnitt aus der Biografie von Elizabeth Bishop zeigt. Er beruht auf dem Buch „Rare and Commonplace Flowers: The Story of Elizabeth Bishop and Lota de Macedo Soares“. http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20132646#id=20132646
Elizabeth Bishop ist eine amerikanische Dichterin (*1911 – 1979), die für ihre Lyrik u.a. 1956 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde.
Die Geschichte startet (und endet) im Cental Park, wo sie mit einem Freund sitzt und ihr Gedicht „The art of losing“ (http://www.poets.org/viewmedia.php/prmMID/15212) diskutiert. Sie ist ziemlich depressiv und weil es in ihrem Leben nicht weitergeht, begibt sie sich auf eine Reise. Sie fährt mit dem Schiff zu einer Freundin (Mary), die in Brasilien mit ihrer Lebensgefährtin Lota de Macedo Soares (*1910 – 1976), einer toughen, wohlhabenden Lady, zusammenlebt. Dort ist sie völlig überfordert vom Temperament der Menschen, auf die sie trifft. Aber dann verliebt sich Lota in sie und Elizabeth lässt sich darauf ein. Lota will beide Frauen – und das geht auch eine Weile so. Lota beginnt mit einem riesigen Projekt, dem Bau des Flamengo Parks in Rio de Janiero und die Dinge eskalieren.
Aus meiner Sicht geht es auch um Abhängigkeiten, der Befreiung daraus und den Preis, den das jeweils kostet.
Der Film ist opulent, wir schwelgten in den Farben der 50/60er Jahre, unglaublich schönen Landschaften, wunderschöner Ausstattung, langsamen Bildern, einer spannend erzählten Geschichte. Eigentlich wäre das eher ein Film für den Wettbewerb und weniger fürs Panorama. – Großes Kino!
Leider gab es keine Q & As am Ende.
Nein, nein, nein!
Ich habe ausgeschlafen. Als ich aufstand, fand ich es schon etwas kühl und das Duschen habe ich dann gelassen – die Heizung und das warme Wasser sind ausgefallen.
Heute gehe ich nicht ins Kino und kann die weitere Entwicklung (ob Handwerker kommen oder nicht) zu Hause genießen.
Die Berlinale am Alex
Heute geht es ins Cubix.
Es hat etwas geschneit und ich bin sehr froh, dass Eva mich abholt. In diesem Kino waren wir beide noch nicht, ich habe mir alles vorher angesehen und wir finden alles auf Anhieb. Statt des großen Parkhauses entscheiden wir uns für einen kleinen privat bewirtschafteten Parkplatz, das ist übersichtlicher.
Unser Kino ist im vierten Stock, in den Fahrstuhl kommen wir nicht so einfach – dafür braucht es jemandem mit ’nem Schlüssel, aber davon weiß das Personal erstmal nichts.
Berlinale-Atmosphäre ist eher nicht, hier laufen „Kokowääh 2“ und „Stirb langsam“ Teil 527.
Dafür ist können wir sofort ins Kino – ganz ohne Gedrängel am Einlass, die Sitze sind bequem und es ist warm! – Ganz anders als im letzten Jahr. Da waren Eva und ich im Friedrichstadtpalast, der außer, dass er sauunbequem auch noch eiskalt war.

Nach dem Film fahre ich wieder Fahrstuhl – diesmal zusammen mit vielen großen Pop-Corn-Tüten. Komisch, eigentlich ist die Berlinale Pop-Corn-freie-Zeit. Jede Berlinale ist dann doch irgendwie anders, diesmal sehe ich kaum Filme am Potsdamer Platz und gar keinen im Berlinale-Palast.

Hannah Arendt
Hannah Arendt im Kant Kino – es ist insofern wie auf der Berlinale, als dass es voll ist. Die Ladies neben mir haben einen Platz mit ihren Jacken bepackt und es gibt ein kleines Gerangel darum, schließlich müssen die Jacken weichen und auch der letzte Platz ist besetzt. Stefan und ich senken vermutlich sorgar noch den Altersschnitt – das kommt auch nicht mehr so oft vor. Ich glaube, ich sah nur eine Person, die jünger als 30 war.
http://www.berlinale.de/de/programm/berlinale_programm/datenblatt.php?film_id=20130022#id=20130022
Barbara Sukowa spielt Hannah Arendt, Axel Milberg ihren Mann Heinrich Blücher, insbesondere Axel Milberg bleibt er selbst. Die erzählte Geschichte beschränkt sich auf die Zeit Anfang der 60er Jahre, des Eichmann-Prozesses, den H. Arendt als Berichterstterin verfolgte und die Jahre danach, in denen sie ihr Buch „Eichmann in Jerusalem“ veröffentlichte und die Reaktionen auf ihr Buch und die Artikel im „New Yorker“. Es gibt ganz kurze Ausflüge in die Vergangenheit, um die Verbindung zwischen Hannah Arendt und Martin Heidegger ins Spiel zu bringen.
Ein bisschen Hintergrundwissen hilft, andersfalls muss man den Film sehr aufmerksam verfolgen, um z. B. zu verstehen, dass Eichmann 1960 vom Mossad aus Argentinien entführt wurde – so verhält es sich auch mit anderen Inhalten. Das meiste wird angerissen, der Film befasst sich haupsächlich mit den Kontroversen, die ihre Theorie von der „Banalität des Bösen“ ausgelöst hat.
Wir sprachen anschließend über die Eichmanns in uns, was das für uns heute bedeutet, wieviel hatte sie mit Abwehr von Scham zu tun,…
Mir hat das Appetit gemacht, mich mal wieder mehr damit zu beschäftigen.
Die Berlinale und das Wetter
Die aktuellen Wettereindrücke gibt es diesmal nicht nur in Wort, sondern auch in Bild – typisches Berlinale-Wetter. – Meine Heizung funktioniert derzeit noch, den ersten längeren Ausfall hatten wir bereits im Jnauar und mein Bedarf ist gedeckt.
Für heute und morgen ist alles organisiert. Planung ist ja auch immer ein wesentlicher Berlinale-Aspekt einschließlich der Fragen, wen könnte welcher Film interessieren, wer kann wann, wie machen wir das dann …?
Jetzt ruhe ich mich aus bevor es dann zum ersten Film geht.
Übrigens hat T. mich darauf hingewiesen, dass „Hannah Arendt“ sehr wohl auch auf der Berlinale läuft, nur dass ausschließlich Akkreditierte Zutritt haben. – Wir sind also sozusagen akkreditiert fürs Kant Kino.
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Das sind sie also, meine Karten.
Sieht gar nicht so viel aus.
Eine halbe Stunde vor Beginn der Eröffnungsfeier hat es übrigens begonnen, zu schneien.
Somit ist alles wie immer. Wäre auch komisch gewesen, wenn nicht.