Kunsterkundungen in Dessau 3. Tag

Mittags trennen sich unsere Wege leider wieder. Vorher schauen wir uns einen Teil Dessaus an, den wir bisher nicht gesehen haben: Den Marktplatz mit seinem barocken Rathaus – und noch einem bisschen Bauhaus, diesmal als Kino.

Viele Läden stehen leer und andere sind überraschend

oder ambitioniert (dieser hier mindestens war innen überraschend gut sortiert)

 und auf der Rückseite der Häuser gibt es auch viel zu entdecken

Abschließend finden wir für einen passenden Ausklang das „Café Hilde“ – noch eine besondere Adresse –  originell eingerichtet, freundlich Leute und wirklich leckeres Essen.

Kunsterkundungen in Dessau 2. Tag 3. Teil

Es gibt nicht zu viel zu sehen und zu lesen, sondern auch noch was zu hören. Um die Orte, die verschwunden sind, zu würdigen, stehen in der Stadt verteilt Hörstationen „Unsichtbare Orte“. Mal wählt die angegebene Nummer und bekommt was erzählt. 

Wir haben ein originell klingendes Restaurant gefunden, „Tobi or not Tobi“. Nicht nur die Einrichtung ist ungewöhnlich, auch das Essen ist es und wirklich gut! Wir haben reserviert und das war nötig.

Die Platzteller bestehen aus Schallplatten

auch die Toiletten sind durchgestylt

Zufrieden und gut gelaunt fahren wir zur letzten Übernachtung. Regen kommt auf:

Kunsterkundungen in Dessau 2. Tag 2. Teil

Hier gibt es ein Café und wir essen was bevor wir uns der Siedlung Törten widmen. Dann noch ein paar Andenkenfotos:https://www.bauhaus-dessau.de/de/architektur/bauhausbauten/siedlung-dessau-toerten.html

Vorher noch ein paar „Wir-waren-hier-Fotos:

Inzwischen sind wir eingearbeitet und finden die Siedlung, die etwas außerhalb ist, ohne Probleme.
Aber was ist das? Das ist ja noch voll die Baustelle!

Um die Dame, die dort so alleine sitzt und die auch wieder sehr freundlich und auskunftsbereit ist, zu erreichen, müssen wir um den Bauplatz und über Europaletten als Treppen – und werden mit weiteren interessanten Informationen und Broschüren, von denen es hier genug gibt, belohnt.

Anschließend schauen wir uns in der Siedlung um:

Nicht alle Hausbewohner sind dem Bauhaus-Stil mindestens bei der Fensterdekoration treu geblieben

und das BH (Bauhaus?!)-Bistro scheint nicht so zu florieren.

dafür finden wir eine super Projektionsfläche

Kunsterkundungen in Dessau 2. Tag 1. Teil

Frühstück mit Blick auf die Elbe.


Dann fahren wir nach Roßlau, um Geld abzuheben.
Im Vorfeld hat sich die Freundin, die u.a. Buchhändlerin ist, über die  Buchladenlage in Dessau-Roßlau informiert. Sie ist ernüchternd: Es gibt Thalia in einem Einkaufszentrum und eine kleine evangelische Buchhandlung, deren Beschreibung wenig einladend klingt. In Roßlau finden wir die trüben Reste des dortigen Buchhandelswesens:


und gegenüber dieses Kleinod:

Gut, dass wir die Führung schon gebucht haben! Es ist rappelvoll. die Anwesenden werden in drei, immer noch große, Gruppen aufgeteilt und dann geht es los.

Weil das mit der Barriefreiheit hier auch nichts ist, bekomme ich anstelle des Ausflugs in den dritten Stock die Empfehlung, in den Raum mit einer Installation zu gehen. Während ich mch auf der markierten Fläche bewege, wird ein Bild auf eine andere Wand geworfen, die meine Bewegungen in Anlehung an das Bild „Säbeltänzer“ in Strichfiguren umsetzt. 

So beweglich wie diejenigen auf dem Foto bin ich leider nicht.

Dafür habe ich Zeit sinvolles und weniger sinnvolles zu fotografieren.

Kunsterkundungen in Dessau 1. Tag 3. Teil

Jetzt wollen wir aber auch das Bauhausgebäude finden! Es befindet sich in der Gropiusallee – das ist einfach.

https://www.bauhaus-dessau.de/de/architektur/bauhausgebaeude/das-bauhausgebaeude.html 

Hier kann man fast nur ikonographische Fotos machen… 

Wir buchen für den nächsten Tag eine Führung. Für heute reicht es und wir fahren in unser Quartier, wo wieder die schönste Abendstimmung wartete.

Wir setzen uns auf unseren Balkon und spielen – Bauhaus-Memory, was sonst?? 

Kunsterkundungen in Dessau 1. Tag 2. Teil

Überraschenderweise gab es in einem der neuen Häuser einen Fahrstuhl, zwar ohne Hinweis, aber J. entdeckte ihn (ich schwächelte etwas und wartete im EG). Dass ich doch die anderen Etagen sehen kann, finde ich so reizvoll, dass ich die Hürde überwinde die Aufsichtsperson anzusprechen. Das löst eine kleine Welle aus, es muss jemand dazu kommen, es ist kompliziert, aber nun ist das in Gang gesetzt. Nebenbei erfahre ich, dass die Bauhausmeister ihre Räume von den Studenten indestens einmal im Jahr frisch streichen ließen. So blieben sie nicht nur farbenfroh, sondern auch immer wieder neu.

Selbst die Bäume machen hier in Kunst und werfen schöne Schatten.


Voll der Eindrücke haben wir nun Hunger und Durst – auch dafür gibt es was passendes: Das Kornhaus https://www.bauhaus-dessau.de/de/architektur/bauhausbauten/kornhaus.html

Es steht direkt am Elbdeich und ist mittlerweile innen wie außen ebenfalls denkmalgerecht saniert. Die Karte verspricht leckeres Essen, auf jeden Fall sitzen wir ganz prima unter im Wind flatternden Sonnenschirmen und schauen auf die die Elbe.

Wir haben Zeit, die verschiedenen bisher ergatterten Bauhaus-Devotionalien zu sichten. 

Das Essen ist nicht ganz so gut wie erhofft, aber o.k. – wir sind satt und gestärkt. 

Kunsterkundungen in Dessau 1. Tag 1. Teil

Ausgeruht und voller Neugier starten wir in die Stadt. 
Wir erwarten Hinweisschilder, finden aber keine (später schon, wir kamen offenbar aus der falschen Richtung). Dann entdecken wir das erste Gebäude zufällig, fahren versehentlich erst mal vorbei, wollen wenden, das geht nicht und nach einigem Herumirren durch ein Neubaugebiet erreichen wir schließlich den Parkplatz des „Alten Arbeitsamtes“, das Walter Gropius entwarf.  https://www.bauhaus-dessau.de/de/architektur/bauhausbauten/arbeitsamt.html

Jetzt ist hier das „Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung“ untergebracht. Da wir mitten in der Woche unterwegs sind, ist es offen und an der Eingangstür finden wir Hinweisschilder, das das Gebäude und insbesondere einige Räume für interessierte Besucher zugänglich sind.

Das ist im wahrsten Sinne bezaubernd: So eine Atmosphäre habe ich in einem öffentlichen Gebäude noch nie erlebt! Das Licht kommt durch das Fensterband oberhalb der Räume herein. 

Wir sind begeistert und genießen, was wir sehen.

Wie geht es jetzt weiter? Draußen entdecken wir, dass es einen „Bauhaus-Bus“ gibt, der die Etappen abfährt, aber dafür bin ich nicht fit genug, also mit dem Auto weiter. In der Vorbereitung habe ich die Adresse der Meisterhäuser gespeichert – so nehmen wir diesen Faden auf. 

Hier gibt es die alten und die neuen Meisterhäuser (für mehr: https://www.bauhaus-dessau.de/de/architektur/bauhausbauten/neue-meisterhaeuser-dessau.html), die ersten Informationen und Eintrittskarten. Sehr praktisch: sie gelten nicht nur für einen Tag. 

Die Damen am Empfang sind sehr freundlich, aufgrund eines Verhörens werden wirin irgendeiner Weise als zugehörig identifiziert und kommen offenbar deshalb (?) unter der Hand zum jeweils letzten vorhandenen Exemplar zweier Info-Hefte. Die scheinen jetzt dann aus zu sein? Es gibt auch sehr schöne Bauhaus-Briefmarken, zwar nicht zu den aktuell gültigen Tarifen – macht nichts, auch davon kaufen wir welche.

Dann erkunden wir die Meisterhäuser. Barrierefreiheit war in den 20er Jahren noch kein Thema, also gibt es auch ein bisschen Training für mich. Und es lohnt sich:

Kunsterkundungen in Dessau Vorabend

Aus Berlin und Pflaumheim kommend treffen wir uns am Hauptbahnhof in Dessau-Roßlau. Unser Vorhaben: Das Bauhaus in Dessau erkunden. Auch wenn das Bauhaus-Museum hier erst im September eröffnet wird, denken wir, dass es genug zu sehen gibt. – Auf jeden Fall mehr als in Berlin, wo das Bauhaus-Archiv zum 100. Geburtstages mit großem Gespür für Jubiläen zwecks Renovierung  ganz geschlossen wurde.

Anfang der 90er Jahre war ich schon mal hier, da haben wir in einer anderen Konstellation  Spuren gesucht, das Bauhaus-Gebäude war teilweise rekonstruiert und beheimatete die damalige Fachhochschule Anhalt, viel mehr fanden wir – auch aus Unkenntnis – nicht. 

Jetzt wohnen wir etwas außerhalb phantastisch an der Elbe gelegen mit Blick ins Biosphärenreservat Mittelelbe.

 In Zerbst kaufen wir am Abend noch einige Kleinigkeiten ein, 

dann essen wir mittelgut im Restaurant, das zu unserem Quartier gehört bei allerschönstem Abendlicht.